Hommage
à Georges Boulanger
Prima
Carezza serviert acht Stücke von Georges Boulanger selbst und vierzehn weitere
aus dem umfangreichen Repertoire von ihm und seinen Orchestern. Diese Musik will
nicht ernst und "kammermusikalisch' gespielt sein. Sie erlaubt dagegen ein
breites Spektrum von Freiheiten in Arrangement, Besetzung und Interpretation.
Zwei Stücke von Boulanger, Comme-ci, comme-ça" und "Flageolett-Walzer",
werden hier zum ersten Mal mit dem sogenannten Uttendoppler-Effekt gespielt. Die
zwei Geigen spielen sich dabei die ganze in kurze Stücke geteilte Melodie
pingpongartig zu.
Prima
Carezza spielt in einer Originalbesetzung wie sie in mittleren Salon-Orchestern
der Zeit üblich war, d. h. zusätzlich zum Klavierquartett mit Klarinette,
Harmonium bzw. Akkordeon, Banjo, Vogelstimmen und dem damals obligatorischen
Schlagwerk. Die Noten stammen aus alten Beständen und wurden in ganz Europa
zusammengesucht. Wien, Berlin, London, Paris, Interlaken etc. Aus Dokumenten und
Aufnahmen weiß man übrigens, daß früher viele weltberühmte Interpreten
derartige Salonmusik gespielt haben, so zum Beispiel Adolf und Fritz Busch,
Jacques Thibaud, Rudolf Serkin, Jascha
Heifetz, Fritz
Kreisler, Emanuel
Feuermann, Pablo Casals, Paul Hindemith und viele andere; die Grenzen zwischen
heiterer und ernster Muse waren damals weniger scharf als heute.